Warum Mission? Teil 1

Weitreichende Entscheidungen brauchen tiefgehende Argumentationen und realistische Abwägungen. Das ist zum Beispiel bei der Entscheidung für einen Studiengang so, in der Ehefrage und auch bei der Nachfolge von Jesus. Jesus selbst sagt, dass wir die Kosten überschlagen sollen: Bin ich wirklich bereit, mein Leben zu verlieren um es zu gewinnen? Ein schnelles „Ja!“ wird der Sache nicht gerecht. Es geht schließlich darum, sein Kreuz auf sich zu nehmen. In anderen Worten: Christus mein Leben, Sterben mein Gewinn. Sein Leben für Christus zu verlieren um es ewig zu gewinnen.

Aber sind wir dazu wirklich bereit? Um seinetwillen Haus, Familie, Freunde Land, Kultur, Hobbies, Bequemlichkeit, Vermögen und Wohlstand aufzugeben?

Unsere Kapitulation in 7 Schritten

Gott hat einen Prozess mit uns gemacht, der nicht immer einfach, aber immer gut war. Hier schonmal eine Übersicht über die 7 Schritte.

  1. Uns geht es gut
  2. Warum geht es uns gut?
  3. Warum geht es anderen so schlecht?
  4. Warum sind wir hier?
  5. Ein Tiger im Käfig und ein verzweifelter Schrei
  6. Gewissheit und Zweifel
  7. Liebe siegt

Schritt 1-3

1. Uns geht es gut

So begannen unsere ernsthaften Überlegungen, in die Mission zu gehen. Wie kamen wir mitten in der Corona-Zeit darauf? Lockdowns, Masken und viele andere Einschnitte in unser Leben waren selbstverständlich nicht schön. Aber wir haben unser Leben aus einer anderen Perspektive betrachtet. Und diese Perspektive war nicht so düster, wie die Politik das Leben machen wollte …

Staunen

Bei einer Familienandacht an einem sonnigen Frühlingsmorgen entwickelte sich ein Gespräch über die Familie. Die Kinder staunten darüber, wie gut es ihnen in einer christlichen Familie ging. Sie hatten einen direkten Vergleich mit Kindern in der Klasse und in der Nachbarschaft und waren erschrocken über deren Familienverhältnisse. Einige waren untereinander heftig zerstritten, andere hatten geschiedene Eltern. Das ließ die Kinder schlussfolgern, dass bei uns etwas anders sein muss. Sind unsere Eltern besonders gut?

2. Warum geht es uns gut?

Das mit den guten Eltern dürfen Kinder gerne so denken, aber klar ist, wir sind nicht der Grund für Harmonie und Frieden. Wir sind Sünder, im Grunde schlecht – aber durch Gottes Gnade geheiligt und vom Evangelium verändert. Ohne dem Evangelium würden wir uns wohl kaum von anderen Familien unterscheiden. Wir wären genauso kraftlos im Kampf gegen Streit und Hass, gegen Zwietracht und Argwohn.

Die Schönheit des Evangeliums

Dort wo sich das Evangelium auswirkt, entsteht etwas Neues. Das Evangelium schafft etwas Gutes, etwas, was nicht von dieser Welt ist. Das Evangelium stellt das paradiesische Verhältnis zwischen Mensch und Gott wieder her und offenbart damit eine Schönheit, die selten geworden ist. Es zeigt uns, wie wir leben sollen, gibt uns einen Sinn, lässt uns die Wahrheit erkennen und erfüllt uns mit der Liebe Gottes. So ausgerüstet lässt es sich super leben.

Nein, bei uns ist bei weitem nicht alles perfekt, aber es ist erstaunlich gut wenn man bedenkt, wie das Leben ohne Evangelium wäre. Aber was machen wir mit dieser Schönheit in unserem Leben? Genießen? Status quo absichern und hoffen, dass es für immer so bleibt?

3. Die hässliche Fratze der Sünde

Als wir den Blick von uns weg wieder auf die Welt gerichtet haben, waren wir zutiefst erschrocken. Uns geht es gut – aber was ist mit den anderen? Gerade die Frage: „Wie geht es Kindern in anderen Lebensumständen?“ brachte uns ins Grübeln. Körperlicher, seelischer und sexueller Missbrauch, Gewalt, Unterdrückung, Hunger, Angst, Kriminalität sind bei vielen an der Tagesordnung. Besonders bei Waisenkindern zeigt sich die hässliche Fratze der Sünde besonders stark. Verlassen und auf sich allein gestellt, fehlt ihnen Liebe und Wärme im Leben. Das, was unsere Kinder täglich erleben dürfen, erleben diese Kinder vielleicht nie im Leben.

Das konnten wir nicht gleichgültig hinnehmen. Wir fragten uns: „Sind wir in der Lage, die Schönheit des Evangeliums dorthin zu bringen, wo sich die hässliche Fratze der Sünde besonders deutlich zeigt?“

Wir waren gespannt, wie Missionswerke und Bekannte, die selbst in der Mission waren, auf unsere Gedanken reagieren würden. Doch eines war uns klar: Gott hat für uns einen neuen Weg vorgezeichnet, der sich – wie auch immer – in unserem Leben auswirken wird, wenn wir Gehorsam sind.

Fortsetzung folgt

Ein Kommentar zu “Warum Mission? Teil 1

  1. Liebe Familie Hipke, wir sind über Eure Musik auf Euch aufmerksam geworden. Diese Berufung nach Paraguay ist ja eine gar wundersame Sache. Obwohl wir mit Jahrgang 56 und 64 viel zu alt sind für das, was Ihr jetzt macht, so gab es doch Zeiten, wo wir etwas Ähnliches auf dem Herzen hatten. Einige unserer Kinder sind aber auch am überlegen, ob in Deutschland das Leben mit Kindern für Christen nicht zu gefährlich geworden ist. Ihr habt sicher von dem Schicksalsschlag der Familie Furdui gehört, denen man ihre sieben Kinder weggenommen hat. Wir wollten Euch einfach nur sagen, daß wir Eure Entscheidung mutig aber gut finden und daß wir Euch gerne im Gebet, und bei Bedarf auch finanziell unterstützen werden. Seid gesegnet! Der HERR ebne Eure Wege und beschütze Euch. In IHM verbunden, wenn auch noch unbekannt, grüßen wir Euch Joachim und Ingrid Kuhs

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